Meisterwerke des Expressionismus

Das Streben nach einer neuen, unverfälschten Kunst und die Steigerung des Ausdrucks stehen im Fokus der expressionistischen Bewegung. 1905 gründet sich die Dresdner Künstlergruppe „Die Brücke“, deren Protagonisten Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Mueller, Max Pechstein und Emil Nolde mit Hauptwerken in der Sammlung des Lehmbruck Museums vertreten sind.

Die Sammlungspräsentation beleuchtet zwei zentrale Aspekte des Expressionismus: Aktdarstellungen und Farbe als künstlerisches Ausdrucksmittel. Auf Reisen an die Moritzburger Teiche und Fehmarn entstehen Gemälde, die Akte eingebunden in die unberührte Natur zeigen. Sie sind Zeugnisse der Sehnsucht nach einer naturnahen, freien Lebensweise, die in einem starken Kontrast zu den Regeln des akademischen Kunstbetriebs und den starren Konventionen der wilhelminischen Gesellschaft stehen.

Der Einsatz von Farbe ist für die „Brücke“-Künstler ebenso wie für die Künstler im Umfeld des „Blauen Reiters“ von entscheidender Bedeutung. Auf den ersten Blick sind die Werke der Künstler sehr unterschiedlich: farbenfrohe durch starke Kontraste dominierte Werke von Schmidt-Rotluff, Heckel und Kirchner, gedeckte Töne und stumpfe Farbigkeit von Mueller oder fein nuancierte Farbkompositionen von Macke und Campendonk. Ein gemeinsamer Nenner ist jedoch der Eigenwert der Farbe, der Vorrang vor der Darstellungsfunktion gewinnt.

Ergänzt durch ausgewählte Werke aus der Skulpturensammlung des Lehmbruck Museums bietet die Sammlungspräsentation einen Einblick in eine der künstlerisch interessantesten Perioden des 20. Jahrhunderts.

Eröffnung: 10. November 2018 um 15.00 Uhr

Laufzeit: 10. November 2018 bis 17. Februar 2019

 

Abb.: August Macke, Sitzender Akt mit Kissen, 1911, (Ausschnitt) Foto: Britta Lauer