Skulptur

Das Lehmbruck Museum besitzt seit der Eröffnung des Hauses 1964 in allen Gattungen fast das gesamte Lebenswerk von Wilhelm Lehmbruck, nachdem es 2009 gelang, auch den Nachlass des Bildhauers aus Familienbesitz dauerhaft zu sichern. Hierdurch erhebt es den Anspruch und das Ziel, ein über Deutschland hinaus führendes Kompetenzzentrum für die internationale Plastik und Objektkunst des 20. und 21. Jahrhunderts zu sein. Aus dem Bestand von annähernd 900 Skulpturen ergeben sich Sammlungsschwerpunkte, die von nahezu allen international wichtigen Bildhauer/innen in einer Vielzahl von Techniken und Materialien ausgeführt wurden.

Hierzu gehören herausragende Beispiele von Primitivismus und Kubismus (André Derain, Raymond Duchamp-Villon, Henri Laurens, Jacques Lipchitz, Pablo Picasso), der frühen Abstraktion (Rudolf Belling, Otto Freundlich, Erich Buchholz, Hans Arp) und des Expressionismus in Deutschland (von Ernst Barlach und Käthe Kollwitz bis Ewald Mataré) sowie des Konstruktivismus und Minimalismus (von Constantin Brancusi und László Moholy-Nagy bis Georges Vantongerloo, Max Bill, Antoine Pevsner und Naum Gabo, Erwin Heerich, André Volten, Sol Lewitt und Donald Judd). Herausragend ist der Bestand surrealistischer Skulpturen (Max Ernst, Salvador Dali, René Magritte, Meret Oppenheim) sowie die Werkgruppe von Alberto Giacometti (die bedeutendste in Deutschland) und Henry Moore. Unübertrefflich ist die Stahl- und Eisenplastik von Alexander Calder, Julio González, David Smith, Berto Lardera, Eduardo Chillida bis Hans Uhlmann, Norbert Kricke, Georg Uecker und Richard Serra, Heinz-Günter Prager und Ansgar Nierhoff.

Von besonderem Gewicht sind die Werke der Objektkunst nach 1945 mit herausragenden Beispielen von Christo, Jean Tinguely (zwei große mobile Maschinen-Reliefs), Antoni Tàpies, Daniel Spoerri, Nam-June Paik, Paul Thek, Rainer Ruthenbeck, Geoffrey Hendricks und Klaus Rinke. Hyperrealistische und anthropomorphe Figuration der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart ist präsent durch Werke von Duane Hanson und George Segal, A.D. Christian, Franz Bernhard, A.R. Penck und Magdalena Jetelovà. Sie begleiten die reiche Sammlung des Informel mit umfangreichen Werkgruppen von Bernard Schultze, Germaine Richier, Otto Herbert Hajek, Gerhard Hoehme, Emil Schumacher und Karl Otto Götz. Eigene Räume waren und sind Joseph Beuys, Mario Merz, Richard Long, F.E. Walther, Christian Boltanski und Jannis Kounellis, aber auch A.M. Kaufmann, Aernout Mik und Yves Netzhammer gewidmet.

Das Museum wird von einem Park mit über 40 Großskulpturen (von Wilhelm Lehmbruck über Eduardo Paolozzi bis hin zu Hans-Peter Feldmann und Stefan Sous) eingefasst.